Das erste 3D-gedruckte Auto aus Plastikabfällen ist da und ist auf dem Weg zum Südpol!

Es kommt aus Holland und ist nicht nur ein Recycling-Produkt, sondern wird mit Solarmodulen betrieben. Das holländische Ehepaar, das Schöpfer des Fahrzeuges ist, will damit aber nicht eben mal in Amsterdam rumfahren. Das Ziel ist der Südpol.

Frau ter Velde, wie kam die Idee des Solar Voyagers erstmals zustande?
Wir haben ein Abendessen zubereitet und als wir fertig waren, haben wir den Berg aus Abfall gesehen, überwiegend Plastik. Wir haben einander angeschaut und uns gesagt: Das müssen wir ändern, denn Plastik ist ein großes Problem. Und wenn man nichts macht, ändert sich auch nichts. Deswegen haben wir beschlossen einen Null-Müll-Haushalt zu führen. Edwin hat das dann ein bisschen auf die Spitze getrieben und sich gefragt: Was kann ich denn daraus machen? Da kam die Idee, ein Fahrzeug daraus herzustellen.

Haben Sie da eigentlich jede Art von Plastik genommen und zusammengeschmolzen oder nur eine bestimmte Art?
Nein, man kann nicht einfach alles zusammenschmelzen. Unser Auto besteht aus recyceltem PET, denn dieser Kunststoff behält die Form bei, die man ihm beim Schmelzen einprägt. Und wir mussten für das Fahrzeug ja feste Plastikblöcke formen, aus denen das Auto aufgebaut wird.

Bevor wir uns zum Südpol begeben: könnten Sie uns ein paar technische Daten zum Fahrzeug nennen? Wie groß ist es, wie ist es an die Bedingungen angepasst und wie wird es betrieben?
Es besteht nicht komplett aus Plastik, wir haben natürlich auch Aluminium-Teile und den Motor haben wir auch nicht selbst gebaut. Das Fahrzeug ist 16 Meter lang. Es verfügt über zwei Anhänger. Auf den Anhängern befinden sich acht Solarmodule. Zwei sind außerdem auf der Fahrerkabine. Insgesamt sind es also zehn Solarmodule. Diese liefern 3500 Watt an Strom. Es gibt zwei Lithium-Ionen-Batterien im Fahrzeug, um die Energie zu speichern.

Für so eine Reise muss man ja gut gewappnet sein. Führen Sie die Nahrung für diese Zeit mit sich im Fahrzeug und wie wehren Sie die frostige Außentemperatur ab?
Das Fahrzeug ist nicht beheizt. Wir wissen nicht, ob sich das Fahrzeug durch die Sonne innen aufheizt. Wir gehen vom schlimmsten Szenario aus, bei dem die Innentemperatur der Außentemperatur entspricht. Wir führen alle Nahrung in den beiden Anhängern mit uns. Jeden Tag müssen wir mindestens einmal den Voyager deswegen verlassen und von dort die Nahrung für die nächsten 24 Stunden holen.

Eine letzte Frage noch: Sie haben sich ja beim Fahrzeugbau für den 3D-Druck entschieden, über den in letzter Zeit vermehrt berichtet wird. Wieso diese Technologie?
Wir wollten das Fahrzeug auf dem neusten Stand der Technik bauen. Und wenn man so Puzzlestücke für ein 3D-Puzzle ausdruckt, kann man die dann später zusammenfügen, wie es einem passt. Außerdem waren wir dadurch nicht auf andere angewiesen, sondern konnten das alles bequem selbständig drucken.

Das ist ja gerade das Typische an diesem Projekt, die Einstellung: Mach es selber. Denn wenn man Veränderung will, muss man die Dinge selbst in die Hand nehmen. Wir wollen Leute mit unserem Projekt dazu inspirieren, den ersten Schritt zu tun. Mach erst den Schritt, dein Verhalten zu ändern, und fordere dann auch andere auf, das zu tun. Denn wenn du selbst nicht dazu bereit bist, wie kannst du so etwas dann von anderen fordern? Wir Menschen wollen oft Dinge verändern, aber wir wollen uns selbst dabei nicht verändern. Und ich denke, der einzige Weg, Dinge wirklich zu verändern, liegt darin, das eigene Verhalten zu ändern.


It comes from Holland and is not only a recycled product, but is operated with solar modules. The Dutch couple, who are the creators of the vehicle, don’t just want to drive it around Amsterdam. The destination is the South Pole.

Mrs ter Velde, how did the idea of the Solar Voyager first come about?
We prepared dinner and when we were done, we saw the mountain of rubbish, mostly plastic. We looked at each other and said: We have to change that, because plastic is a big problem. And if you do nothing, nothing changes. That is why we have decided to have a zero-waste budget. Edwin then pushed this a bit to the extreme and asked himself: What can I do with it? Then the idea came to make a vehicle out of it.

Did you actually take any kind of plastic and melt it together or just one particular kind?
No, you can’t just melt everything together. Our car is made of recycled PET, because this plastic retains the shape that you emboss into it when you melt it. And we had to make solid plastic blocks for the car to build it from.

Before we go to the South Pole, could you give us some technical data about the vehicle? How big is it, how is it adapted to the conditions and how is it operated?
It’s not completely made of plastic, of course we also have aluminium parts and we didn’t build the engine ourselves. The vehicle is 16 meters long. It has two trailers. There are eight solar modules on the trailers. Two are also on the driver’s cab. So there are a total of ten solar modules. These supply 3500 watts of electricity. There are two lithium-ion batteries in the vehicle to store the energy.

You have to be well prepared for such a journey. Do you carry the food for this time with you in the vehicle and how do you fend off the frosty outside temperature?
The vehicle is not heated. We don’t know if the vehicle heats up inside due to the sun. We assume the worst case scenario where the inside temperature is the same as the outside temperature. We carry all the food in the two trailers with us. Every day we have to leave Voyager at least once to get food for the next 24 hours.

One last question: You have decided to use 3D printing for vehicle construction, which has been increasingly reported about recently. Why this technology?
We wanted to build the vehicle using state-of-the-art technology. And when you print out puzzle pieces for a 3D puzzle, you can later put them together as you like. In addition, we didn’t have to rely on others, but were able to print everything comfortably on our own.

That’s the typical thing about this project, the attitude: Do it yourself. Because if you want change, you have to take things into your own hands. With our project, we want to inspire people to take the first step. First take the step to change your behaviour and then ask others to do the same. Because if you’re not ready to do it yourself, how can you ask others to do it? We humans often want to change things, but we don’t want to change ourselves. And I think the only way to really change things is to change your own behaviour.

Source: https://de.sputniknews.com/wissen/20181110322916752-3d-muell-fahrzeug-solarmodul/


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